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Der Herold

Was ist bzw. war ein Herold?  Der Zusammenhang zwischen Wappen und Herolden ist nicht selbstverst�ndlich und der Begriff Heraldik besteht auch erst seit ca. dreihundert Jahren. Denn urspr�nglich fungierten die Herolde im Mittelalter als Boten zwischen den F�rsten. Gewisserma�en �bten sie eine T�tigkeit aus, die auf unsere Zeitrechnung  im �bertragenen Sinne die T�tigkeit eines Botschafters f�r seine Regierung ausmacht. Sie waren imune, unverletzliche Parlament�re und �bernahmen dazu allm�hlich die Verantwortung f�r das Arrangieren staatlicher Zeremonien und der Turniere. Es oblag ihnen haupts�chlich vor den Turnieren die Waffen und besonders die Schilde der am Turnierkampf teilnehmenden Turnierberechtigten zu pr�fen und die Leiter des Turniers unter Beachtung der Turnierregeln zu unterst�tzen. Gerade deswegen war es f�r sie unerl��lich, die Wappen der Teilnehmer zu kennen. Auf diese Weise wurden die Herolde in solchem Ma�e Experten in der �Wappenkunst�, da� diese nach ihnen den Namen �Heraldik� erhielt.

Sp�ter, etwa am Mitte des 15. Jh., als es Mode wurde, die Helmzier durch Gr��e und �ppige Ausf�hrung besonders hervortreten zu lassen, war es auch Aufgabe der Herolde die als wichtig angesehene �Helmschau� - oft unter Mitwirkung der zum Fest geladenen Damen � vorzunehmen.

Die Herolde hatten sich also im Laufe der Zeit zu Kennern und F�rderern des Wappenwesens herausgebildet, sie hatten die Kunstsprache (heraldische Fachsprache) entwickelt sowie Turnierb�cher mit Abbildungen von Wappen verfasst.

Die von Herolden verlangte ausgedehnte Personenkenntnis forderte Ged�chtnisst�tzen, also Verzeichnisse. Er nahm milit�risch-hierarchische Einteilungen vor, erstellte �bersichten nach Gefolgschaften oder der Teilnahme an Heerschauen oder Kr�nungen. Dazu geh�rten wiederum Anordnungen von Wappenbildern nach einzelnen Gegenden. Die milit�rischen  Erfordernisse erlegte den Herolden bestimmte Regeln f�r die Lebensweise und �ffentliches Auftreten auf, mussten sie doch als unverletzliche Personen die Reihen der Kriegsgegner durchschreiten und deren Lager betreten. Dazu geh�rte eine unverwechselbare Tracht. Sie bestand in einem Wappenrock (Tappert). Die Herolde waren also von weitem kenntlich und die Tracht hat sich in L�ndern wie England bis heute erhalten.

F�r die Kenntnis von der Bl�tezeit des Wappenwesens sind die Wappensammlungen der Herolde des 13., 14. und 15. Jh von gr��ter Bedeutung, zumal die Formen jener Zeit auch in der Gegenwart, also als Vorbilder geeignet sind. War der Verfertiger des Wappens ein Herold, also eine Amtsperson, dann kann davon ausgegangen werden, da� seine Angaben im gro�en und ganzen verl�sslich sind. Daher erkl�rt sich, warum die von Privatleuten angelegten Sammlungen weniger systematisch aufgebaut sind als die der Herolde, denn f�r diese waren Wappensammlungen t�gliches Handwerkszeug.

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